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Projektwoche
Früher – Heute
140 Jahre Rolandschule - Ein Grund zum Feiern


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Anlässlich dieses runden Geburtstages führten wir eine Projektwoche unter dem Motto Früher – Heute durch. Die Kinder konnten sich klassenübergreifend für eines der folgenden Projektthemen entscheiden: Lieder und Spiele, Fußball, Turnen, Schule früher und Kochen. Die Kinder arbeiteten an ihrem gewählten Thema und lernten für jeweils zwei Stunden auch die anderen Projektthemen kennen. Am 13.06.2014 fand ein kleiner Festakt statt. Das Schulfest, das am 14.06.2014 stattfinden sollte, musste wegen Sturmschäden auf den 06.09.2014 verschoben werden.

Inhalt der Bilderserie:

Lieder und Spiele

In der Projektwoche haben wir uns mit alten Liedern und Spielen befasst.
Toll war, dass wir so viel Zeit hatten und jeden Morgen zuerst singen konnten. So haben wir es tatsächlich geschafft, den Kanon „Bruder Jakob“ nicht nur in mehreren Sprachen, sondern auch zweistimmig zu singen. So entstand ein richtig guter Schulchor.
Neu war für die meisten Kinder, dass das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, drei Strophen hat. Gerne haben die Kinder auch das Lied „Dornröschen war ein schönes Kind“ gesungen und szenisch gestaltet. Hierbei hat sich herausgestellt, dass wir auch ein paar tolle Solisten in der Schule haben, was wir bei der Abschiedsfeier der Viertklässler beweisen können.
Viele alte Spiele kannten die Kinder zum Teil, aber die genauen Spielregeln dazu nicht. So hüpften wir beim „Hinkelkästchen“ mit Steinen, die zuerst genau in die Kästchen geworfen werden mussten, oder die Kinder dachten sich Spielregeln zum „Gummitwist“ aus. Gerne spielten wir auch „Topfschlagen“ oder „Wohnungssuche“. Auch das „Reifen treiben“ erforderte Geschicklichkeit und Übung.
Spiele, die man drinnen spielen kann, lernten wir neu kennen und lieben, so das „Flohspiel“, „Mikado“, „Zwirbeln“ mit Karten, unterschiedliche Würfelspiele oder das in Holland verbreitete „Shuffleboard“.
Jedenfalls hat uns die Projektwoche riesigen Spaß gemacht und wir können auf dem Schulhof viele neu gelernte Spiele spielen.


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Fußball

Die Projektgruppe Fußball bot sich besonders an, da Fußball genau vor 140 Jahren Einzug in den deutschen Schulsport fand.
So lernten unsere Kinder, dass 1874 ein Lehrer aus Braunschweig (Konrad Koch) das Fußballspiel in die Schule brachte, indem er den Schülern einen Fußball, den er in England erstanden hatte (der eher wie ein Medizinball aussah, aber mit einer leichten Schweinsblase gefüllt war) mitbrachte und mit ihnen im Turnsaal (heute: Turnhalle) spielte. Dabei durften die Schüler natürlich noch nicht alle durcheinanderlaufen, sondern mussten sich nebeneinander in einer Reihe aufstellen. Einzeln war es ihnen erlaubt, den Ball in ein Mal (heute: Tor) zu schießen. Unsere Gruppe Fußball früher fand sehr viel Spaß daran, diese Situationen im Rollenspiel nachzuempfinden. Dabei bekam sie einen Eindruck davon, wie schwer es war, still zu stehen, bis man an der Reihe war.
Erst später, als das Fußballspiel auch im Freien durchgeführt wurde, spielte man es als Mannschaften (übrigens noch mit 15 Spielern) gegeneinander.
Auch gab es noch keine Fußballkleidung, die Jungen spielten in ihrer Schulkleidung und mit Straßenschuhen.
Von Mädchen im Sportunterricht, geschweige denn von Mädchenfußball, war zu dieser Zeit noch lange nicht die Rede. Erst Ende des 19. Jahrhunderts durften Mädchen überhaupt am Turn- und Spielunterricht teilnehmen, allerdings noch in ganz verhaltener Form. Beim sogenannten Mädchenfußball standen die Mädchen in ihren Kleidern und Straßenschuhen im Kreis und kickten sich vorsichtig der Reihe nach den Ball zu, was unsere Mädchen zwar gut umsetzten, aber verständlicherweise ziemlich langweilig fanden.

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts begannen auch Mädchen im Schulsport in gemischten Mannschaften zu spielen und auch in Vereinen entstanden die ersten Frauenfußball-Mannschaften. Heute, im 21. Jahrhundert, ist der Frauenfußball mindestens genauso attraktiv wie der Männerfußball. So freuten sich unsere Projektmädchen auch, dass sie den Fußball heute mit gestalten durften. Unter sich legten sie im Fußballspiel viel Begeisterung und Einsatz an den Tag, in den gemischten Mannschaften mussten sie sich häufig beschweren, dass die Jungen sie gar nicht oder nur selten anspielten.
Die Jungen trauen den Mädchen in diesem Bereich immer noch nicht allzu viel zu.
Das zeigt, wir sollten den Mädchenfußball in der Schule in Zukunft noch mehr fördern.


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Turnen

19 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich während der Projektwoche mit dem Turnen.
Während der Turnunterricht für Jungen schon Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in die allgemeinbildenden Schulen hielt und vorrangig zur Vorbereitung auf den Militärdienst abzielte, durften die Mädchen erst viele Jahre später mit dem Turnen beginnen und vorrangig anmutige und grazile Bewegungen durchführen Für die Aufführung beim offiziellen Teil des Jubiläums trainierten die Jungen den Umgang mit der langen Stange (die Kinder erkannten sofort, dass hier die Übung zum Exerzieren mit dem Gewehr im Vordergrund stand). Die Mädchengruppe turnte mit den Keulen. Natürlich sollte (und war) es alles gleichmäßig ablaufen.
Während der Woche trainierten wir aber auch etliche andere Übungen mit dem Ball, dem Reifen oder auf der Matte.
Den modernen Sportunterricht, der an unserer Schule als ganz wichtig betrachtet wird, repräsentierte der Hürdenlauf, den wir aus dem Projekt „Klasse in Sport“ übernommen und etwas schwieriger gestaltet haben. Jeweils von beiden Seiten starteten die Kinder in die Hürden hinein.
Dass intensiver Sportunterricht sehr viel Gemeinschaftsgefühl hervorbringt, haben die Kinder unserer Gruppe sehr schnell entdeckt.


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Schule früher

Wir lernten eine Menge über die Schule vor ca 100 Jahren. Das Klassenzimmer sah früher ganz anders aus. Alle Tische standen hintereinander und nicht wie bei uns als Gruppentische. Die Schulregeln (nicht reden, melden, in dem man den rechten Ellbogen in die linke Hand stellt und den Zeigefinger hob, gerade sitzen, Hände auf den Tisch legen, gut zuhören, bei Antworten aufstehen und laut und deutlich sprechen) setzten wir während der Projektwoche auch um. Am Anfang war es sehr schwierig, alles zu beachten und nicht zwischendurch zu lachen. Frau Winbeck schlüpfte in die Rolle einer „alten“ Lehrerin. Sie war dann ganz streng. Manchmal musste sie sich das Lachen auch verkneifen. Die Strafen waren früher sehr hart. Zum Glück gibt es heute keine Prügelstrafen mehr. Wenn wir nicht gut zuhörten oder anderen Quatsch gemacht hatten, mussten wir in der Ecke stehen oder für kurze Zeit auf einem Holzscheit knien. Mit dem Zeigestock tat Frau Winbeck so, als ob sie uns auf die Finger hauen würde. Bei der Fingerkontrolle hatten alle Kinder saubere Finger. Glück gehabt! Wer seine Hausaufgaben vergaß, musste eine Eselsmütze aufsetzen. Auf der alten Schiefertafel von Frau Winbeck durften wir mit einem Griffel schreiben. Wir durften auch mit einer Feder, die wir in ein Tintenfass tauchen mussten, schreiben. Da sind die Füller mit den Patronen oder Tintenroller doch viel praktischer. Trotzdem machte es uns sehr viel Spaß mit den Federn zu schreiben. Die Sütterlinschrift lernten wir auch kennen. Sie ist ganz schön schwierig zu schreiben.
Früher spielten die Kinder mit Murmeln, Schiffe versenken oder Flohhüpfen. Dies durften wir natürlich auch spielen.
Fräulein Grimmig und Fräulein Streng besorgten Brot und Beläge, die es früher schon gab. Wir durften Pflaumenmus, Apfelkraut, Rübenkraut, Griebenschmalz, Leberwurst, Blutwurst und Schmierkäse probieren. Auch Süßigkeiten aus der früheren Zeit besorgten sie.


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140 Jahre Rolandschule - Ein Grund zum Feiern

Anlässlich dieses runden Geburtstages wurde das Ereignis am 13.Juni 2014 mit einem kleinen Festakt in der Aula der Schule begangen. Den zahlreichen Gästen präsentierte sich die Schule mit verschiedenen Vorführungen aus der voraufgegangenen Projektwoche, welche unter dem Motto Schule Früher und Heute stand. Zwischen den Aufführungen der Kinder ergriffen einige der geladenen Gäste das Wort und würdigten das Jubiläum mit diversen Festreden.
Nach Abschluss des offiziellen Teils nutzten viele der Anwesenden die Möglichkeit, sich beim gemeinsamen Essen über dies oder das zu unterhalten. Wo man auch hinhörte, überall hieß es: Eine rundum gelungene 140-Jahrfeier.


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